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ANGEBOTE . ORTE

Sehenswürdigkeiten

Bis heute zeigen sich im Stadtbild die engen Verbindungen der Bauhaus-Meister nach Jena, folgende Bauwerke wurden unter ihrer direkter Leitung realisiert:

  • Umbau des Jenaer Stadttheaters, 1921/22, Gropius‘ erster Bauauftrag in Thüringen
  • "Haus Zuckerkandl", 1928, privates Wohnhaus und „Haus Auerbach“, 1924, privates Wohnhaus nach Entwürfen von Gropius
  • Abbeanum - mathematisch-naturwissenschaftliche Lehranstalt und Studentenhaus am Philosophenweg, beide nach Entwürfen von Ernst Neufert.

 

 

Haus Auerbach

Schaefferstraße 9

Der Direktor des Bauhauses, Walter Gropius, baute 1924 sein erstes privates Wohnhaus in der Formensprache des Neuen Bauens für den Physiker und Kunstmäzen Dr. Felix Auerbach. Die elementare Geometrie, reine puristische Formen, wie einander durchdringende Quader, flache, teilweise begehbare Dächer, horizontale Fensterbänder und der vollverglaste Wintergarten ist hier beispielhaft vorgeführt (Mitwirkung: Adolf Meyer).

 

 

Haus Zuckerkandl

Weinbergstraße 4a
1927-29 baute Walter Gropius ein weiteres Privathaus in Jena. Im Auftrag der aus Wien stammenden Jüdin Therese Zuckerkandl entwarf er ein dreigeschossiges Gebäude, dass er durch ein hohes Sockelgeschoss an die steile Hanglage unterhalb der Sonnenberge angepasst hat. Strenge Geometrie bestimmt wie bei Haus Auerbach den Baukörper.

 

 

Zeiss-Planetarium

Planetariumsstraße
Der Ingenieur Professor Walter Bauersfeld entwickelte Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts Kuppelkonstruktionen für Projektionsplanetarien, die aus räumlichen Netzwerken bestanden und in einem Spritzgussverfahren beschichtet wurden. Dieses weltweit neuartige Verfahren liegt der Kuppel des 1926 eröffneten Planetariums in Jena zugrunde. Für den Bau lieferte Adolf Meyer einen Architekturentwurf, der aber nicht realisiert wurde. Beauftragt wurde das Jenaer Architekturbüro Schreiter & Schlag, die ihre Formensprache an das Neue Bauen anlehnten.

 

 

Mensa

Philosophenweg 20
Den Entwurf für das Gebäude schufen Ernst Neufert und Otto Bartning in Zusammenarbeit mit dem „Aktiven Bauatelier“ der Bauhochschule Weimar 1929/30. Der kubische Stahlskelettbau mit Flachdach hat eine rote Backsteinfassade, deren geschlossene Gestalt von großen Fensterflächen durchbrochen wird. Konstruktiven Neuerungen sind die Drehfenster und Universalsohlbänke. Das Gebäude wurde Mitte der 90er Jahre umfassend restauriert.

 

 

Abbeanum

Helmholzweg 1
Zeitgleich mit dem Bau der Mensa erhielten die Architekten Ernst Neufert und Otto Bartning, die beide als künstlerische Leiter der Bauhausnachfolgeeinrichtung Bauhochschule in Wimar fungierten, von der Carl-Zeiss-Stiftung den Auftrag für die Errichtung eines naturwissenschaftlichen Instituts, der in Stahlbetonskelettbauweise errichtet wurde.

 

 

Zeiss-Hauptwerk

(heute Universitätscampus und Goethegalerie)
1906 baute die Firma Dyckerhoff & Widmann (Dywidag) (Bau 6) den ersten Stahlbetonskelettbau im Großherzogtum, bei dem die tragenden Teile als gestalterisches Element sichtbar blieben. 1915 baute der Darmstädter Architekt Friedrich Pützer nach dem Vorbild der Chicagoer Schule das erste Hochhaus in das Areal (Bau 15). Auf dem Dach von Bau 11 wurde 1923 die erste Projektionskuppel mit einer Dicke von nur 3 cm von Walter Bauersfeld in Zusammenarbeit mit der Dywidag errichtet. Ende der 20er Jahre wurde der Düsseldorfer Architekt Emil Fahrenkamp mit dem Bau eines Verwaltungshochhauses beauftragt, das über 80 Meter hoch sein sollte - das höchste Gebäude Europas. Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten kam es nicht zur Ausführung. Gebaut wurde 1934 unter Federführung der Berliner Architekten Hans Hertlein und Georg Steinmetz ein Stahlbetonbau mit 14 Stockwerken.

 

(Quelle: Bertram Kurze: "Industriearchitektur eines Weltunternehmens. Carl Zeiss 1880-1945", E. Reinhold Verlag Altenburg, Erfurt 2006)

 

 

Knebelstraße 19

Das Gebäude in der Knebelstraße 19 wurde 1925 als Neubau der Buchbinderei Martin an die bestehende Quartiersbebauung durch das Architekturbüro Schreiter & Schlag angebaut. Es zählte damals durch die Bauten der Optikerfachschule, dem Planetarium, Jenaer Kinobauten und Gebäuden für die Firma "Carl Zeiss" zu den überregional bekannten Büros. Sechs Jahre nach dem Werkstattgebäude wurde ein Wohngeschoss im Sinne des "Neuen Bauens" (durch enge Kontakte zum Bauhaus) mit einheitlichem Gestaltungs- und Farbkonzept aufgesetzt. Die eigentliche Leistung liegt im innerarchitektonischen Bereich, der noch in großen Teilen erhalten und restauriert worden ist (Originalfußböden, Bad, Fenster- und Türbeschläge, Türen).

 

 

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